Voraussetzungen - Aufgaben

Rahmenbedingungen ...

Die Arbeit als Tagespflegeperson ist in unserer heutigen Zeit eine Dienstleistung, die Zukunft hat. Sie ermöglicht geeigneten und interessierten Personen auf eine ganz persönliche Weise Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Die Kindertagespflege ist eine Möglichkeit für Menschen mit und ohne eigene Familie, sich eine eigene Erwerbsgrundlage zu schaffen.

Die Kindertagespflege kann

  • in den eigenen Räumen (durch Tagesmutter/-vater),
  • in anderen geeigneten Räumen (gelegentlich auch „Tagesgroßpflege“ genannt)  oder
  • in der Wohnung der Eltern des Kindes/der Kinder (als sogenannte „Kinderfrau“) stattfinden.


Der Tageselternverein bietet Ihnen Voraussetzungen, um als qualifizierte Fachkraft eine sehr gefragte und individuelle Dienstleistung anbieten zu können. Die Grundlage dafür schafft eine umfassende Ausbildung in Kursen, die von pädagogischen Fachkräften geleitet werden. Eine jährliche Weiterqualifizierung in Gesprächsgruppen oder durch  Vorträgen gehören verpflichtend dazu. Damit sind Sie für alle Aufgaben, die auf Tagespflegepersonen zukommen können, gut vorbereitet.
Alle Tageselten müssen vor der ersten Vermittlung durch unseren Tageselternverein den Qualifikationskurs – Grundkurs mit 30 Unterrichtseinheiten absolvieren.

Dieser Kurs ist angelehnt an die Empfehlungen des Landes Baden-Württemberg und des Landesverbandes der Tagesmüttervereine Baden-Württemberg und wird von unserem Tageselternverein in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule mindestens einmal jährlich angeboten.

Der Aufbaukurs mit 130 Unterrichtseinheiten kann berufsbegleitend belegt werden (nach dem Erhalt der sog. „vorläufigen Pflegeerlaubnis“). Dieser Kurs ist notwendig zur Erlangung der endgültigen Pflegeerlaubnis, den alle benötigen, es sei denn Sie sind Fachkraft im Sinne des Kindergartengesetzes (Erzieherin, Sozialpädagogin u.ä.). In diesem Falle können Sie bereits nach dem Grundkurs den Antrag auf endgültige Pflegeerlaubnis stellen.

Persönliche Voraussetzungen

Wichtige Voraussetzungen sind: Freude am Umgang mit Kindern, Verständnis für die in den jeweiligen Entwicklungsabschnitten auftretenden pädagogischen Bedürfnisse der Kinder und die Fähigkeit, auf diese einzugehen, Vereinbarkeit der Betreuung eines Tagespflegekindes mit den Bedürfnissen aller Familienmitglieder, Bereitstellung von ausreichendem Wohnraum oder die Bereitschaft, die Kinder in der Wohnung der Eltern zu betreuen und ausreichende Sicherheits-vorkehrungen.

Sie sollten geistig und körperlich belastbar sein. Dies gilt sowohl im Hinblick auf Krisen und Konfliktsituationen des Kindes als auch für mögliche Auseinandersetzungen mit den Eltern. Sie sollten Verständnis für die jeweiligen Bedürfnisse der Kinder haben, verbunden mit einem hohen Maß an Einfühlungsvermögen und Akzeptanz. Gefordert wird auch Konfliktfähigkeit und Toleranz bei der Abstimmung unterschiedlicher Erziehungsfragen.

Erwartet wird ebenfalls die Fähigkeit zum partnerschaftlichen Umgang mit den Eltern, die Fähigkeit eigene Erziehungsvorstellungen in Frage zu stellen, Durchsetzungsfähigkeit und Verlässlichkeit im Hinblick auf konkrete Absprachen und ein hoher Grad an Zuverlässigkeit und Selbstvertrauen. Über ihre Ziele, Angebote und die Gestaltung des Tagesablaufs sollten Tagespflegepersonen Auskunft geben können, z.B. bei Erstgesprächen mit Eltern.

Auch wenn nur die Tagesmutter die Kinder betreut, so sind doch alle Familienangehörigen von der Tagespflegetätigkeit betroffen. Die Aufnahme von Tagespflegekindern macht es für alle Familienangehörigen notwendig, sich hierauf einzustellen. Die Familie sollte in die Betreuung des Tageskindes einbezogen werden, um für dieses Kind so schnell wie möglich einen selbstverständlichen Platz im Familiensystem sicher zu stellen. Sie sollten die möglicherweise auftretende Konkurrenz zwischen ihrem und dem Tageskind klären. So müssen auch von den eigenen Kindern neue Rollenzuweisungen akzeptiert werden, z. B. die Rangfolge innerhalb einer neuen aber zeitlich begrenzten Geschwisterkonstellation, die Aufhebung der bisherigen Einzelkindsituation usw.

Für den Partner bzw. die Partnerin bedeutet dies z. B., dass er/sie in Krankheits- und Urlaubszeiten,  oder Arbeitszeiten, die nicht parallel zu den Betreuungszeiten der Kinder liegen, die Kinder in seiner Wohnung antreffen wird. Darum ist es notwendig, dass die Tagespflegeperson mit den im Haushalt lebenden Familienangehörigen vor der Aufnahme darüber spricht und diese damit einverstanden sind.